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Cochrane-Review  
01.06.2017

Wie lässt sich berufsbedingtem Stress in Gesundheitsberufen vorbeugen?

ESV-Redaktion Arbeitsschutz
Pflegepersonal oft stark belastet (Foto: CHW/Fotolia.com)
Gesundheitsfachleute leiden häufig an arbeits- oder berufsbedingtem Stress. Die Gründe dafür liegen oft in den hohen Erwartungen, die an sie gestellt werden, während es gleichzeitig an Zeit, Fähigkeiten und sozialer Unterstützung am Arbeitsplatz mangelt. Dies kann zu schweren Belastungen, Burnout oder körperlichen Erkrankungen führen. Die Meta-Studie hat ausgewertet, wie gut unterschiedliche Möglichkeiten geeignet sind, Stress bzw. Burnout bei Gesundheitsfachpersonen zu vermeiden.

Gesundheitsfachleute leiden häufig an arbeits- oder berufsbedingtem Stress. In letzter Konsequenz erbringt das Gesundheitsfachpersonal möglicherweise keine hochwertige Versorgungsleistung mehr. Stress und Burnout ziehen unter Umständen auch hohe Kosten nach sich, da betroffene Mitarbeiter sich krankschreiben lassen oder gar den Beruf wechseln.

Studienmerkmal
Die Cochrane-Meta-Studie schloss 58 Studien mit insgesamt 7188 Teilnehmern ein. Bei 54 der eingeschlossenen Studien handelte es sich um randomisierte kontrollierte Studien, bei vier um nicht-randomisierte Studien. Die angewandten Maßnahmen ordneten die Forscher den folgenden Kategorien zu: kognitives Verhaltenstraining, mentale und körperliche Entspannung sowie Veränderungen im Organisationsablauf.

Wichtige Ergebnisse und Qualität der Evidenz

Kognitives Verhaltenstraining
Sechs Studien zufolge gibt es Evidenz von niedriger Qualität dafür, dass kognitives Verhaltenstraining Stress im Vergleich zu keinen Maßnahmen um etwa 13% senkt. Die Nachbeobachtungszeit lag dabei zwischen weniger als einem Monat und zwei Jahren. Es bleibt dabei unklar, wie relevant diese Verringerung für eine stressbelastete Person ist. Die Ergebnisse fielen ähnlich aus, wenn kognitives Verhaltenstraining mit Entspannung kombiniert wurde. In drei Studien war jedoch der Stresslevel nach einem Kurs in kognitivem Verhaltenstraining etwa gleich hoch wie nach anderen Kursen, die sich nicht speziell mit Stressbewältigung, sondern mit Inhalten der Versorgung beschäftigten.

Maßnahmen zur mentalen und körperlichen Entspannung
In 17 Studien gab es Evidenz von geringer bis moderater Qualität dafür, dass sowohl mentale als auch körperliche Entspannung zu einer Verminderung des Stresslevels um 23% im Vergleich zu keinen Maßnahmen führte.

Veränderungen im Organisationsablauf
Veränderungen im Organisationsablauf zielten in 20 Studien darauf, die Arbeitsbedingungen zu verändern, in sechs Studien die Unterstützung oder das Mentoring zu verbessern, in vier Studien die Krankenversorgung zu verändern, in einer Studie die Kommunikationsfähigkeit verbessern und in zwei Studien die Einsatzpläne zu verbessern. Kürzere oder unterbrochene Arbeitszeiten verringerten in zwei Studien den Stresslevel, jedoch ergab sich aus keiner der anderen Maßnahmen ein deutlicher Nutzen.

Schlussfolgerungen
Wir schließen daraus, dass kognitives Verhaltenstraining sowie mentale und körperliche Entspannung den Stress in moderatem Umfang verringern. Das Ändern von Arbeitszeiten kann ebenfalls Stress vermindern, andere organisatorische Maßnahmen jedoch haben keine eindeutige Wirkung. Es sind randomisierte Studien mit mindestens 120 Teilnehmern und einer Maßnahme erforderlich, die vorzugsweise nur einen Bestandteil hat. Organisatorische Maßnahmen müssen sich stärker auf bestimmte Einzelfaktoren beziehen, die Stress verursachen.

Referenzen: Ruotsalainen JH, Verbeek JH, Mariné A, Serra C. Preventing occupational stress in healthcare workers. Cochrane Database of Systematic Reviews 2015, Issue 4. Art. No.: CD002892. DOI: 10.1002/14651858.CD002892.pub5

Link zur Studie 
Übersetzer: Koordination durch Cochrane Schweiz
Quelle: www.beilit.de


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