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Aktionswoche Alkohol  
18.05.2017

Volltanken? Bitte nicht mit Alkohol!

ESV-Redaktion Arbeitsschutz/DHS
Aktion "Kein Alkohol unterwegs!" (Grafik: DHS)
Wer alkoholisiert am Steuer oder auf dem Rad sitzt, gefährdet sich und andere. Fast 17.000 Verletzte und 256 Tote durch Alkoholunfälle waren 2015 die traurige Bilanz. In öffentlichen Verkehrsmitteln stören alkoholisierte Fahrgäste Mitreisende, randalieren und werden oft aggressiv. Daher wirbt die diesjährige Aktionswoche Alkohol für eine sichere Fahrt: „Kein Alkohol unterwegs!“

Etwa jeder 14. Verkehrstote ist gestorben, weil ein/e Verkehrsteilnehmer/-in zu viel Alkohol getrunken hat. Alkoholunfälle verlaufen überdurchschnittlich schwer und verursachen viel Leid: Menschen sterben, Familien und Freundschaften werden belastet, Betroffene müssen sich mit körperlichen und seelischen Auswirkungen auseinandersetzen, ihr soziales Umfeld leidet mit. Doch Alkoholunfälle müssten nicht sein.

Es sind vor allem junge Männer, die trotz Alkoholkonsum das Auto nicht stehen lassen. Sie gehen häufig aus und trinken Alkohol in Clubs, Kneipen oder auf Partys. Gleichzeitig überschätzen sie ihre Fahrtüchtigkeit und sind extrem risikobereit. Die Folge: Alkoholisierte Männer im Alter von 21 bis 25 Jahren sind mit Abstand am häufigsten an Unfällen mit Personenschäden beteiligt. Die Hälfte aller alkoholbedingten Unfälle geschehen am Wochenende, wenn die Straßen leer sind: abends, nachts oder am frühen Morgen - nach der Party oder dem Kneipenbesuch. Zur Partyzeit häufen sich auch die Vorfälle in Bahnen und Bussen. Enthemmte Fahrgäste, die in Bahnen feiern, sind unangenehm für die Mitreisenden. Die Rücksichtslosigkeit kann umschlagen in Aggression: Betrunkene Fahrgäste werden aufdringlich, gewalttätig oder randalieren. Allein im Jahr 2015 registrierte die Deutsche Bahn 12.500 Fälle von Körperverletzungen und rund 10.000 Delikte im Zusammenhang mit Vandalismus. Solche Vorfälle beeinträchtigen die Sicherheit aller Fahrgäste.

Einige Städte wie z.B. Hamburg haben daher bereits ein allgemeines Alkoholverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln eingeführt und auch Fluggesellschaften müssen immer öfter und konsequenter auf alkoholisierte Passagiere reagieren. So stellt die International Air Transport Associ
ation fest, dass im Jahr 2015 knapp 11.000 Menschen an Bord randalierten. In 23 % der Fälle spielten Alkohol oder andere Drogen eine Rolle.

Gefährlicher Alkoholkonsum lässt sich drosseln. Ein wirksames Mittel sind Beschränkungen für den Verkauf. Deshalb fordert die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS), den Alkoholverkauf nach 22 Uhr zu verbieten. „In allen Ländern, in denen Alkohol rund um die Uhr und
an jeder Ecke verkauft wird, sind die Alkoholprobleme massiv. Das ganze Umfeld leidet “, sagt Dr. Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der DHS: „Ein nächtliches Verkaufsverbot schränkt zumindest den spontanen Alkoholkonsum deutlich ein – und mit ihm Exzesse, die andere gefährden.“ Gerade Tankstellen sind ein Brennpunkt des Problemkonsums. Es gibt keinen vernünftigen Grund, Tankstellen einen Verkauf von Rausch- und Suchtmitteln zu erlauben. Kein Alkohol im Verkehr heißt auch: Kein Alkohol an der Tanke!

Wie schnell man unter Alkoholeinfluss die Kontrolle verliert, können Bürgerinnen und Bürger während der Aktionswoche Alkohol vielerorts selbst mit Rauschbrillen und Fahrsimulatoren ausprobieren. Bei manch einem kann schon ein Glas Bier zu viel sein, denn bereits bei 0,2 Promille verlängert sich die Reaktionszeit und man wird risikobereiter.

Daher fordert die diesjährige Aktionswoche Alkohol mit ihrem Schwerpunktthema dazu auf, im Verkehr gänzlich auf Alkohol zu verzichten: „Kein Alkohol unterwegs!“. Dies gilt vor allem und uneingeschränkt für das selbstständige Führen eines Verkehrsmittels. Und auch im öffentlichen Personenverkehr macht ein Alkoholverzicht die Reise für alle Beteiligten angenehmer und sicherer.

Innerhalb der Aktionswoche Alkohol finden tausende Veranstaltungen statt, in denen über die Risiken des Alkoholkonsums informiert wird. Veranstalter sind überwiegend Selbsthilfegruppen und Suchtberatungsstellen. Für den Schwerpunkt „Kein Alkohol unterwegs!“ kooperieren sie mit
der Polizei, Zulassungsstellen, Kommunen und Verkehrsbetrieben. Als Dachverband unterstützt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat den Schwerpunkt „Kein Alkohol unterwegs!“.

Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“ vom 13. bis 21. Mai 2017

Die Aktionswoche Alkohol ist eine Präventionskampagne, die auf Freiwilligkeit, Bürgerengagement und Selbsthilfe baut. Mit ihrer Botschaft „Alkohol? Weniger ist besser!“ wendet sie sich an alle, die Alkohol trinken. Das sind über 90 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Die Botschafter sind tausende freiwillig Aktive. Sie sprechen Menschen direkt an - in Fußgängerzonen und Einkaufszentren, in Betrieben, in Sportvereinen, in Apotheken, Arztpraxen oder Kliniken, in Hochschulen und in Kirchen. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) unterstützt federführend die Veranstalter in den Regionen. Sie gibt Anregungen und Ideen für Aktionen und stellt Informationsmaterial kostenlos zur Verfügung. Sie koordiniert alle Aktivitäten und begleitet die Kampagne mit Pressearbeit, einer Webseite und via Facebook. Auch außerhalb  Deutschlands wird der Blick auf die Gefahren des Alkoholkonsums gelenkt. Liechtenstein, Luxemburg, Österreich und die Schweiz beteiligen sich mit eigenen Aktionen.
Die Aktionswoche Alkohol findet alle zwei Jahre statt, in diesem Jahr vom 13. bis 21. Mai. Es ist bereits die sechste Aktionswoche. Erstmalig hat sie das Thema „Kein Alkohol unterwegs!“ zum Schwerpunkt. Viele weitere Informationen und Hintergründe sind unter www.aktionswoche-alkohol.de
abrufbar.
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