Stets auf dem Laufenden mit dem kostenlosen Newsletter
ARBEITSSCHUTZuptodate!
Was stresst Männer, Frauen, Junge, Alte, Eltern und Singles? Warum macht Stress manche krank und andere nicht? Wie entspannt Deutschland und wie zufrieden sind die Menschen mit ihrem Leben? Wie lassen sich digitale Gesellschaft und Arbeitswelt gesund gestalten? Wo sind die Arbeitgeber gefordert und was kann jeder Einzelne dazu beitragen?
Mehr als die Hälfte ist gestresst
Auch wenn der Begriff „Stress“ im täglichen Sprachgebrauch nicht trennscharf definiert ist, so lässt die eigene Wahrnehmung doch keinen Zweifel: Hohe Anspannung, niedrige Reizschwelle, zu viele Gedanken zur gleichen Zeit und eine genervte Ungeduld mit anderen genau wie mit sich selbst – so in etwa fühlt sich Stress an.
Sechs von zehn Menschen in Deutschland fühlen sich gestresst – unabhängig davon, ob beruflich oder privat. Ein knappes Viertel der Bevölkerung, 23 Prozent, gibt sogar an, häufig gestresst zu sein. Immerhin: Demgegenüber stehen aber auch 40 Prozent, die sich selten oder nie gestresst fühlen.
Beim Thema Stress liegen Frauen und Männer annähernd gleichauf. 63 Prozent der Frauen stehen immer wieder unter Strom, bei den Männern sind es 58 Prozent. Die vorherige TK-Stressstudie von 2013 hatte noch ergeben, dass 63 Prozent der Frauen und 52 Prozent der Männer unter Stress leiden. Die Frauen halten also ihr Stresslevel, die Männer holen auf.
Der Stress zwischen Kindern und Karriere
Außerdem zeigt sich, dass der Stress vor allem ein Phänomen der mittleren Lebensjahre ist und der Druck im Alter deutlich nachlässt. In
der Zeit nach der Schule, im Studium und beim Einstieg ins Berufsleben ist der Stresspegel bereits hoch: Von den 18- bis 29-Jährigen sagen zwei Drittel, sie seien mindestens manchmal gestresst. Den Spitzenwert erreichen die 30- bis 39-Jährigen. In der sogenannten Sandwichgeneration kennen 82 Prozent Stresszustände, ein Drittel von ihnen bezeichnet sich sogar als häufig gestresst. Dies ist die Phase, in der die Karriere Fahrt aufnimmt, viele aber auch Kinder erziehen oder ihre Eltern unterstützen. Ab 40 scheint der Stresspegel wieder zu sinken. Zwei von drei Befragten fühlen sich hier noch gestresst. Auch der aktuelle TK-Gesundheitsreport zeigt, dass Beschäftigte mit familienversicherten Kindern zwar bis 40 mehr krankgeschrieben sind, jenseits der 40 fallen sie aber weniger aus als diejenigen ohne Kinder.
Ab 50 stresst die Sorge, nicht mithalten zu können
Mit zunehmendem Alter, ab 50, sagen wieder mehr Menschen, dass sie sich gestresst fühlen. Drei von vier Befragten stehen hier unter Druck. Studien zeigen, dass Beschäftigte in diesem Alter zwar über ein umfangreiches Erfahrungswissen verfügen, es aber schwerer fällt, sich neue Dinge anzueignen. Drei von zehn Befragten über 50 geben an, dass sie Sorge haben, bei dem Arbeitstempo nicht mehr lange mithalten zu können. Die zunehmende Digitalisierung in der Arbeitswelt, die ständig neue Anwendungen hervorbringt, scheint also vor allem ältere Beschäftigte zu beunruhigen. Bei den jungen Beschäftigten unter 30 sorgen sich nur sieben Prozent darum.
Wenig überraschend zeigt diese Studie, dass ihre hohen Ansprüche an sich selbst 43 Prozent der Menschen in Deutschland unter Stress setzen. Nur der Jobstress wird als Stressauslöser noch häufiger genannt als der Druck, den man sich selbst macht.
In den letzten Jahren des Erwerbslebens, ab 60, stellt sich offenbar bereits eine gewisse Gelassenheit ein: Nur noch jeder Zehnte hat häufiger Stress, weitere 30 Prozent manchmal, aber sechs von zehn Prozent haben selten bis nie Stress.
Erwerbstätigkeit und Stress hängen eng zusammen
Die Erwerbstätigkeit hat also ganz entscheidenden Einfluss auf das Stresserleben der Befragten. Daher verwundert es nicht, dass die Studie auch zeigt, dass diejenigen, die nicht erwerbstätig sind, einen deutlich geringeren Stresspegel haben. Nur 45 Prozent von ihnen sagen, dass sie manchmal oder häufig Stress haben, bei den Erwerbstätigen stehen drei Viertel unter hohem Druck. Hinzu kommt: Vollzeit verursacht mehr Stress als Teilzeitbeschäftigung. Die Umfrage zeigt, dass 77 Prozent der Vollzeitkräfte, aber nur 63 Prozent der Teilzeitbeschäftigten unter Stress stehen.
Immer erreichbar erhöht den Stresspegel
Besonders groß ist der Stress auch dann, wenn die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmen. 39 Prozent der Berufstätigen sprechen von einer häufigen Stressbelastung, wenn ihr Job erfordert, dass sie ständig erreichbar sein müssen.
Stress schlägt auf die Gesundheit
Hoher und vor allem dauerhafter Stress wirken sich auf die körperliche und seelische Gesundheit aus. Das zeigen auch die vorliegenden Studienergebnisse. Bei den Befragten, die ihren Gesundheitszustand als weniger gut oder schlecht bezeichnen, ist fast jeder Dritte häufig im Stress. Bedenkt man dabei, dass zur Gruppe der weniger Gesunden auch vermehrt ältere Menschen gehören, die vergleichsweise weniger unter Stress leiden, ist dieser Zusammenhang zwischen Stress und Gesundheitszustand sehr groß. Bei den Gesunden ist nur knapp jeder Fünfte häufig im Stress.
Noch alarmierender sind jedoch die Zahlen im Bereich psychischer Gesundheit: 53 Prozent der Befragten, die in den vergangenen drei Jahren seelische Beschwerden hatten, beschreiben sich als gestresst. Stress korreliert also in hohem Maße mit psychischer Gesundheit.
Im Juni und Juli 2016 befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa für die vorliegende Untersuchung 1.200 deutschsprachige Personen ab 18 Jahren zu ihrer Stressbelastung und ihren Entspannungsstrategien in Alltag, Freizeit und Beruf. Die befragten Menschen repräsentieren den Querschnitt der volljährigen Bevölkerung in Deutschland.
Die komplette Studie können Sie hier downloaden.
Um Ihnen ein optimales Webseitenerlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Mit dem Klick auf „Alle akzeptieren“ stimmen Sie der Verwendung von allen Cookies zu. Für detaillierte Informationen über die Nutzung und Verwaltung von Cookies klicken Sie bitte auf „Anpassen“. Mit dem Klick auf „Cookies ablehnen“ untersagen Sie die Verwendung von zustimmungspflichtigen Cookies. Sie haben die Möglichkeit, Ihre Einstellungen jederzeit individuell anzupassen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
