Der Fachkräftemangel stellt Unternehmen vor große Herausforderungen, obwohl gleichzeitig gut qualifizierte Menschen mit Behinderung (MmB) auf dem ersten Arbeitsmarkt weitgehend unberücksichtigt bleiben. Ihre Arbeitslosenquote liegt bei 11,6 Prozent – doppelt so hoch wie der allgemeine Durchschnitt. Mehr als ein Viertel der beschäftigungspflichtigen Arbeitgeber erfüllt die gesetzliche Quote nicht, häufig aus Unsicherheit über technische Umsetzung und Kosten für Arbeitsplatzanpassungen. Kollaborationsfähige Roboter (sogenannte Cobots) bieten hier eine Brückentechnologie: Sie übernehmen körperlich belastende Tätigkeiten und ermöglichen es MmB, ihre Fachkompetenz einzubringen. Dieser Beitrag stellt einen systematischen, branchenunabhängigen Entwicklungsprozess für inklusive Mensch-Roboter-Arbeitsplätze vor. Der Prozess gliedert sich in zwei Phasen: Die Planungsphase umfasst Fähigkeits- und Aufgabenanalyse sowie die Ermittlung der optimalen Aufgabenteilung. Die Umsetzungsphase beinhaltet Komponentenauswahl, Layoutdesign und Programmierung unter durchgängiger Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten. Das Praxisbeispiel aus dem Ford-Motorenwerk Köln zeigt die erfolgreiche Transformation einer manuellen Montagestation zu einem inklusiven Mensch-Roboter-Arbeitsplatz. Es zeigt gleichzeitig, dass ermüdende und belastende Arbeiten dem Menschen mittels kollaborationsfähiger Roboter abgenommen werden können. Diese Maßnahme dient der Vermeidung, Verzögerung oder Minderung von Krankheiten und Gesundheitsschäden und damit der betrieblichen Prävention.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.2365-7634.2026.01.07 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 2365-7634 |
| Ausgabe / Jahr: | 1 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-01-05 |
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