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TK-Gesundheitsreport 2018  
01.02.2018

Krankschreibungen werden weniger, dauern aber länger

ESV-Redaktion Arbeitsschutz/TK
Muskel-Skelett-Erkrankungen am häufigsten (Foto: Jesper Aggergaard - Unsplash)
Erwerbspersonen in Deutschland waren 2017 seltener, aber im Krankheitsfall länger krankgeschrieben. Das geht aus Vorab-Daten des TK-Gesundheitsreports 2018 hervor. Bemerkenswert ist zudem, dass gut die Hälfte im vergangenen Jahr gar nicht krankgeschrieben war.

Die Techniker Krankenkasse (TK) verzeichnet für das Jahr 2017 einen Krankenstand von 4,13 Prozent. Das entspricht einem Rückgang krankheitsbedingter Fehlzeiten von 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit waren die fünf Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen im vergangenen Jahr im Schnitt 15,1 Tage krankgeschrieben - 0,16 Tage weniger als 2016. Der Rückgang ergibt sich laut TK vor allem aus der geringeren Zahl von Krankschreibungen. Albrecht Wehner, bei der TK verantwortlich für die Gesundheitsberichterstattung: „Im letzten Jahr haben wir weniger Krankschreibungen bekommen, die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung hat sich aber von 12,6 auf 13 Tage verlängert.“

Mehrheit war 2017 gar nicht krankgeschrieben

Bemerkenswert ist aber auch, dass der Anteil derer, die im letzten Jahr gar nicht krankgeschrieben waren, auch gestiegen ist. Mit 50,9 Prozent hat der größere Teil der Beschäftigten gar keine Krankschreibung abgegeben. Albrecht Wehner setzt sich dafür ein, diese Hälfte bei der Prävention nicht zu vernachlässigen: „Wenn wir über Gesundheitsmanagement im Betrieb sprechen, geht es oft nur um Krankenstände. Führungskräfte fokussieren dabei auf die krankheitsbedingt fehlenden Mitarbeiter und vernachlässigen dabei diejenigen, die jeden Tag erscheinen, motiviert sind und ihren Job gut machen. Wichtig ist aber, sich auch um die Gesundheit derer zu kümmern, die nicht durch Krankschreibungen in Erscheinung treten.“

Krankenstände eignen sich nur bedingt für die Analyse der gesundheitlichen Situation einer Belegschaft. Wichtiger ist eine individuelle Analyse der Belastungen im Betrieb, aber auch der gesundheitlichen Ressourcen der Beschäftigten. Denn je mehr eigene Ressourcen die Beschäftigten besitzen, desto widerstandsfähiger sind sie gegenüber den Belastungen an ihrem Arbeitsplatz.

Hauptursachen von Krankschreibungen: Atemwegsinfekte, Rücken und Depression

Die Hauptursachen von Krankschreibungen waren 2017 Depressionen (1,1 Tage pro Kopf), Atemwegsinfektionen (1 Tag pro Kopf) und Rückenschmerzen (0,8 Tage). Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen machen immer noch den größten Teil der Beschwerden aus, etwa 20 Prozent der Fehltage entfallen darauf. Allerdings sind die Fehlzeiten in diesem Bereich rückläufig, während die psychisch bedingten Fehlzeiten nach einem Rückgang 2016 im vergangenen Jahr wieder um 0,9 Prozent gestiegen sind.

Quelle:
Die Zahlen stammen aus Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2018, der im Frühjahr erscheint. Grundlagen bilden fünf Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen. Dazu gehören sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfänger des Arbeitslosengeldes I.

Der Gesundheitsreport 2017 sowie die Berichte der Vorjahre sind unter www.tk.de/gesundheitsreport verfügbar.

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