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Statistik der Haushaltsunfälle  
12.08.2021

Höchststand an Todesfällen im Haushalt

ESV-Redaktion Arbeitsschutz/DSH
Besonders ältere Menschen sind im Haushalt unfallgefährdet (Foto: CDC/Unsplash)
In den eigenen vier Wänden ist das Unfallrisiko höher als im Straßenverkehr. Die Gefahren gehen von Haushaltschemikalien, Kohlenmonoxid und Bränden aus. Die meisten Unfälle mit Todesfolge passieren allerdings durch Stürze. Die Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. (DSH) nennt die wichtigsten Gefahrenquellen im Haushalt und Freizeit und bietet Tipps für einen unfallfreien und sicheren Alltag.

12.436 Menschen sind im Jahr 2019 im Haushalt tödlich verunfallt. Das sind 500 mehr als im Jahr zuvor. Betroffen sind vor allem ältere Menschen: „Wir müssen endlich erkennen, dass ein Sturz im Haushalt für Seniorinnen und Senioren ein tödliches Risiko darstellt und Maßnahmen ergreifen“, mahnt deshalb Dr. Susanne Woelk, Geschäftsführerin der Aktion Das sichere Haus (DSH), Hamburg. 

86 Prozent aller häuslichen Unfälle sind Stürze

Die Zahlen: Bei 10.755 der 12.436 tödlichen Haushaltsunfälle war ein Sturz die Ursache. 9.227 dieser Gestürzten waren 75 Jahre oder älter. Ab 75 Jahren steigt das Risiko, nach einem Sturz im Haushalt zu sterben, überproportional an, wie eine Auswertung der Zahlen des Statistischen Bundesamtes durch die DSH zeigt. Bei den Hochbetagten (über 85 Jahre alt) ist die Zahl der tödlich verunglückten Frauen um rund 1,7-mal höher als die der Männer. Andere Unfallarten wie Ersticken, Vergiftungen oder Ertrinken spielen bei den tödlichen häuslichen Unfällen eine geringe Rolle. 

Ausrutschen und Stolpern – was kann man dagegen tun?

„Bei einem Sturz denken wir zuerst an einen Sturz von der Leiter. Dabei sind Stolperfallen und rutschige Stellen in der Wohnung weitaus tückischer“, sagt Woelk, die das häusliche Unfallgeschehen seit 25 Jahren beobachtet. Dabei können schon einfache und preiswerte Maßnahmen viel bewirken. Zum Beispiel: 
  • Schlafzimmer: Bettlicht mit Bewegungsmelder schaltet sich ein, sobald die Beine aus dem Bett schwingen.
  • Flur: Steckdosenlichter machen den Weg nachts vom Schlafzimmer zum Bad sicherer.
  • Bad: An der Wand montierte Griffe in der Duschkabine und neben der Toilette stützen bei einem Schwindelanfall und helfen beim Aufstehen.
  • Bad: Ein Duschhocker sorgt für bequemes und sicheres Duschen
  • Bad und Küche: Wasserlachen, Duschgel-Reste und Fettspritzer auf dem Boden sofort aufwischen.
  • Treppen: Selbstklebende Antirutschstreifen sorgen für Grip auf den Stufen. Tipp: Auf Kontrastfarbe und fluoreszierendes Material achten. Leuchtet im Dunkeln.
  • Ganze Wohnung: Türschwellen und andere Stolperfallen entfernen oder mit einer Rampe angleichen und farbig markieren.
  • Ganze Wohnung: Verzichten Sie möglichst auf lose Teppiche und Läufer.
  • Selbstfürsorge: Sicher gehen in Socken mit Anti-Rutsch-Sohle („ABS-Socken“)
Selbstwahrnehmung: Wie gut sind mein Balancegefühl und meine Kraft? Die DSH bietet einen kostenlosen Selbsttest und passende Übungen an:

Ereignisse und Erkrankungen, die auf eine Sturzgefährdung hinweisen:

Nachlassende Kräfte sind eine Ursache für ein erhöhtes Sturzrisiko. zusätzlich erhöhen manche Erkrankungen und Beschwerden das Risiko zu stürzen und sich dabei ernsthaft zu verletzen. 

Dazu zählen:
  • ein Sturz im letzten Halbjahr
  • ein Knochenbruch in den letzten fünf Jahren 
  • Bruch der Wirbelkörper durch Osteoporose
  • Sehbehinderung (grauer oder grüner Star, Netzhautdegeneration)
  • Parkinsonsche Erkrankung mit Gehbehinderung
  • Schlaganfall mit Gehbehinderung
  • Epilepsie
  • Demenzerkrankung
  • Depression

Leitern und Tritte

Leitern sollten auf vier rutschfesten Füßen stehen und eine unlösbare, witterungsunabhängige und stabile Spreizsicherung für den sicheren Stand haben. Breite Tritte mit einer rutschfesten Riffelung sind einfach ein Muss. Ebenso ein Aufhängehaken für Putzeimer.
Aluminiumleitern sollten Sie regelmäßig daraufhin kontrollieren, ob die Gummifüße unbeschädigt sind und noch richtig auf dem Holm sitzen. Drehen Sie dafür die Leiter um, denn oft sieht der Fuß von oben und von der Seite noch gut aus, während er an der Unterseite schon beschädigt ist. Eine Leiter mit drei bis vier Stufen reicht normalerweise für Arbeiten im Haushalt völlig aus. Achten Sie beim Kauf von Leitern auf das GS-Prüfzeichen. Es steht für geprüfte Sicherheit. Ersetzen Sie alte Holzleitern möglichst durch eine Aluminiumleiter, die leichter und witterungsbeständiger ist.

Leitern und Tritte sollten jederzeit bequem erreichbar sein. Vermeiden Sie riskante Balanceakte in luftiger Höhe. Rücken Sie Ihre Leiter lieber ein Stück weiter.

Hier zum SeniorenSicherheitspaket (https://das-sichere-haus.de/broschueren/sicher-alt-werden). 

Quelle: DSH

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