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Klimawandel  
09.07.2026

Heiße Tage in der Kita: Hitzeschutz für Beschäftigte und Kinder

ESV-Redaktion Betriebssicherheit/BGW
UV- und Hitzeschutz müssen spätestens bei einem Um- oder Neubau schon in der Planungsphase mitbedacht werden. (Foto: StockSnap/Pixabay)
In Kitas kann das Arbeiten bei sommerlichen Temperaturen eine besondere Herausforderung sein, denn Kinder und Erwachsene sind von Hitze unterschiedlich betroffen. Welche Hitzeschutzmaßnahmen sollten Kitas langfristig planen und welche können sie sofort umsetzen?

„Mit Hitzeschutzmaßnahmen dem Kita-Personal und den Kindern gleichermaßen gerecht zu werden, ist nicht einfach“, fasst Kathleen Bösing von der BGW zusammen. Die Präventionsexpertin ist viel in Kitas unterwegs und erklärt, warum das so ist: „Beispielsweise können Kinder nicht einfach den ganzen Tag in kühlen Räumen verharren, sondern brauchen Abwechslung und Bewegung. Zudem schwitzen Kinder weniger und ihnen fehlt oft der Impuls, regelmäßig zu trinken. Durch Maßnahmen zum Hitzeschutz dürfen natürlich keine neuen Gefahren für die Kinder oder die Beschäftigten entstehen“, betont Bösing. „Zum Beispiel, wenn Türen zum Lüften offenstehen und Kinder dadurch unbemerkt nach draußen gelangen können.“ Gleichzeitig dürften Rollläden vor Fenstern und Türen nicht die Fluchtwege blockieren.

Gut planen und kombinieren

Im Arbeitsschutz gilt das TOP-Prinzip. Das heißt: Vorrang haben stets technisch-bauliche Maßnahmen (T), gefolgt von organisatorischen (O) und personenbezogenen (P) Maßnahmen. Am wirksamsten ist das Zusammenspiel vieler Einzelmaßnahmen.

Technisch-bauliche Maßnahmen können die wenigsten Einrichtungen kurzfristig umsetzen. UV- und Hitzeschutz müssen deshalb spätestens bei einem Um- oder Neubau schon in der Planungsphase mitbedacht werden. Auch viele organisatorische Maßnahmen brauchen Vorlauf. Um kühlere Räume aufsuchen zu können, müssen diese nutzbar sein. Sollen die Hol- und Bringzeiten angepasst werden, geht das nur in Absprache mit den Eltern.

Sofortmaßnahmen sind immer möglich

Was also, wenn es jetzt heiß ist? „Auch kurzfristig können Kitaleitungen Maßnahmen ergreifen, die das Arbeiten und Spielen bei hohen Temperaturen angenehmer und gesünder machen“, sagt Kathleen Bösing. „Ein guter Start ist es, einen einfachen Hitzeplan zu erstellen. Darin ist festgelegt, ab welcher Temperatur welche Schritte greifen und wer für was zuständig ist.“ Schnell umsetzbar sind zum Beispiel folgende Maßnahmen:
  • Rollläden morgens schließen, bevor sich Räume aufheizen
  • Querlüftung in den frühen Morgenstunden
  • Tagesabläufe anpassen
  • Pausen einplanen
  • Fenster und Türen geschlossen halten
  • Schattenplätze nutzen
  • Wasserspiele einplanen
  • Trinkpausen für Erwachsene und Kinder
  • Sonnencreme bereitstellen
  • luftige Kleidung
Größere Schritte jetzt angehen

Ist es in diesem Sommer für umfangreichere technisch-bauliche Maßnahmen zu spät, dann lohnt es sich, Vorkehrungen für das nächste Jahr und die Zeit danach zu planen, zum Beispiel:
  • Bepflanzung im Außenbereich
  • Fassadenbegrünung
  • Außenverschattung (Rollläden)
  • Markisen oder Sonnensegel
  • Raumluftanlage
  • Wärmedämmung
Hilfe erhalten Einrichtungen von ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit, der Betriebsärztin oder dem Betriebsarzt – und von der BGW. Neben online verfügbaren Handlungshilfen beraten Präventionsfachleute Kitas auch individuell. Im Lernportal der BGW gibt es einen kostenlosen Online-Kurs zum Hitzeschutz mit einem Abschnitt zu Besonderheiten in der Kita: www.bgw-lernportal.de/hitzeschutz

Über die BGW
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege ist die gesetzliche Unfallversicherung für nicht staatliche Einrichtungen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege. Sie ist für über 9,6 Millionen Versicherte in mehr als 690.000 Unternehmen zuständig. Die BGW unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe beim Arbeitsschutz und beim betrieblichen Gesundheitsschutz. Nach einem Arbeitsunfall oder Wegeunfall sowie bei einer Berufskrankheit gewährleistet sie optimale medizinische Behandlung sowie angemessene Entschädigung und sorgt dafür, dass ihre Versicherten wieder am beruflichen und gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Quelle: Pressemitteilung BGW

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