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Schadstofffalle PKW  
04.08.2017

Fast eine Million Kinder in Deutschland sitzen regelmäßig in „Raucher-Autos“

ESV-Redaktion Arbeitsschutz/BMG
Weltweit stirbt alle sechs Sekunden ein Mensch an einer rauchinduzierten Erkrankung (Bared Volsca - unsplash.com)
Ferienzeit, Reisezeit. Auf den deutschen Autobahnen unterwegs: Viele Familien mit großen und kleinen Kindern. Leider noch zu oft mit dabei: Tabak und Zigaretten.

Während zwei Drittel der fahrberechtigten Raucher in Deutschland freiwillig auf den Tabakkonsum verzichten, wenn Kinder mitfahren, vermeidet ein Drittel von ihnen das Rauchen nicht grundsätzlich. Dies bedeutet für die Mitfahrer eine besonders große gesundheitliche Belastung, denn Tabakrauch ist der mit Abstand gefährlichste, leicht vermeidbare Innenraumschadstoff im Auto. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler: „Schätzungsweise mehr als eine Million Kinder sind von den giftigen Stoffen des Tabakrauches im Auto betroffen. Dies bedeutet eine enorme gesundheitliche Belastung für die jungen Beifahrer, insbesondere, weil sie keine Möglichkeit haben, den Schadstoffen auszuweichen. Kinder sind wesentlich empfindlicher als Erwachsene, sie atmen schneller und so viele Schadstoffe pro Stunde ein, als würden sie selbst eine Zigarette rauchen. Die Folgen reichen von Asthma, Erkrankungen der Bronchien bis hin zu einem erhöhten Krebsrisiko. Daher mein Appell: Verzichten Sie unbedingt auf das Rauchen im Auto, wenn Kinder und Jugendliche mitfahren!“     

Die Konzentration der Tabakpartikel im Fahrzeuginnenraum kann schon bei mäßigem Konsum auf ein Mehrfaches dessen steigen, was in Raucherlokalen gemessen wird. Auch das Öffnen eines Fensters hilft wenig, krebserregende Schadstoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) lagern sich dauerhaft auf den Oberflächen im Auto ab und stellen somit eine permanente Gesundheitsgefährdung dar.
Jedes Jahr sterben allein in Deutschland 3000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens sowie 121 000 Raucher. Weltweit stirbt alle sechs Sekunden ein Mensch an einer mit dem Rauchen in Verbindung stehenden Erkrankung.

Hintergrund der Kampagne:
Seit dem Start von „Rauchfrei unterwegs – Du und Dein Kind“ im Sommer 2016 hat die Drogenbeauftragte gemeinsam mit starken Partnern wie dem Deutschen Krebsforschungszentrum, dem Berufsverband Deutscher Kinder – und Jugendärzte, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, dem Deutschen Kinderhilfswerk, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund, der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und vielen weiteren mehr als 600 000 Informations-Flyer und 50 000 Plakate unter anderem in Kinderarztpraxen, Apotheken, Rathäusern und Landkreisen verteilt. Darüber hinaus sendet eine Vielzahl von Radiosendern den Kampagnen-Radiospot.

Mehr Informationen zur Kampagne und zum Thema Tabak sowie Informationen über die Schadstoffbelastung im Detail finden Sie unter www.rauchfrei-unterwegs.de   

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