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Deutscher Alterssurvey 2014  
09.06.2016

Die wichtigste Langzeitstudie über das Älterwerden in Deutschland

DEAS/ESV-Redaktion

Ältere planen länger zu arbeiten

(Fotolia - contrastwerkstatt)
Der Bericht beschreibt die Lebenssituationen von Menschen vom mittleren Erwachsenenalter bis in die Lebensphase Alter und liefert repräsentative Daten zur Lebenssituation von Menschen zwischen 40 und 85 Jahren in Deutschland.

Die DEAS-Studie - Deutscher Alterssurvey - wird seit Mitte der 1990er Jahre vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und liefert repräsentative Daten zur Lebenssituation von Menschen zwischen 40 und 85 Jahren in Deutschland. Die aktuellen Ergebnisse des Deutschen Alterssurveys lassen sich mit Daten der letzten 20 Jahre vergleichen – so wird der Deutsche Alterssurvey zur wichtigsten Langzeitstudie über das Älterwerden in Deutschland. 

Der Bericht beschreibt die Lebenssituationen von Menschen vom mittleren Erwachsenenalter bis in die Lebensphase Alter. Seit 1996 wurden alle sechs Jahre Personen im Alter zwischen 40 und 85 Jahren repräsentativ befragt, seit 2002 parallel auch wiederholt befragt. 

Folgende Fragen beantwortete die Untersuchung: 

Gelingt es mehr Menschen, bis in ein höheres Lebensalter erwerbstätig zu sein?

Der Anteil der Erwerbstätigen im Alter von 54 bis 65 Jahren hat zwischen 1996 und 2014 deutlich zugenommen. Die Erwerbstätigkeit im Alter korreliert mit den Faktoren Bildungsstand und Geschlecht: So sind Männer im Jahr 2014 weiterhin häufiger erwerbstätig als Frauen. Zudem spielt für die Teilhabe am Erwerbsleben die Bildung eine zentrale Rolle: Während im Jahr 2014 lediglich 50,6 Prozent der 40 bis 65Jährigen mit niedrigem Bildungsniveau erwerbstätig sind, liegt der Anteil der erwerbstätigen Personen mit mittlerem Bildungsniveau bei 70,8 Prozent und bei den Personen mit hohem Bildungsniveau bei 81,5 Prozent. 

Wer erlebt im Rahmen der Erwerbstätigkeit besondere Belastungen?

Im Jahr 2014 berichten 85,2 Prozent der Erwerbstätigen im Alter von 40 bis 65 Jahren, dass sie mit ihrer Arbeit insgesamt eher oder sehr zufrieden sind. Diese Werte sind seit 2002 stabil. Ältere und jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fühlen sich den beruflichen Anforderungen gleichermaßen gewachsen. 

Belastungen im Erwerbsleben haben zwischen 2002 und 2014 zugenommen

Im Jahr 2014 gibt ein erheblicher Teil der Erwerbstätigen an, Belastungen zu erfahren. Dabei werden zeitliche und nervliche Belastungen (z. B. durch Termindruck) insgesamt häufiger berichtet (47,4 Prozent) als körperliche Belastungen (31,2 Prozent). Ob und wie stark die Erwerbstätigkeit mit den unterschiedlichen Belastungen einhergeht, steht generell in einem engen Zusammenhang mit dem Bildungsgrad einer Person: 52,4 Prozent der hoch Gebildeten berichten von zeitlichen und nervlichen Belastungen, während dies lediglich für 30,0 Prozent der Personen mit niedrigem Bildungsniveau zutrifft.

Im Zeitraum von 2002 bis 2014 haben die empfundenen Belastungen der Erwerbstätigen zudem zugenommen: 2014 berichteten 47,4 Prozent der Befragten von zeitlichen und nervlichen Belastungen, 2002 waren es 4,1 Prozent weniger. Noch deutlicher fällt der Anstieg bei den körperlichen Belastungen aus: Er steigt von einem Viertel (25,3 Prozent) im Jahr 2002 auf etwa ein Drittel (31,2Prozent) im Jahr 2014 an.

Wie haben sich das Alter beim Ruhestandseintritt und die Wege in den Ruhestand verändert?

Zwischen 1996 und 2014 ist der Anteil derer, die aus der aktiven Erwerbstätigkeit in den Ruhestand gehen, von 62,0 Prozent auf 46,6 Prozent zurückgegangen. Dagegen gehen mittlerweile viermal so viele Erwerbstätige aus der Arbeitslosigkeit in Rente (1996: 3,6%, 2014: 15%). Einen besonders starken Einbruch beim direkten Rentenübergang aus der Erwerbstätigkeit erlebten ostdeutsche Frauen.

Auch korreliert die Entwicklung mit dem Bildungsgrad: je höher desto häufiger gelingt der nahtlose Übergang in die Rente. 

Immer weniger älteren Erwerbstätigen gelingt ein nahtloser Übergang in die Altersrente. Nicht nur ist der Anteil der Erwerbstätigen im untersuchten Zeitraum gestiegen, auch die individuellen Pläne der ArbeitnehmerInnen sehen eine Berufstätigkeit im höheren Alter vor. Selbst im Ruhestand gehen mehr Menschen einer Tätigkeit nach.
 

Fazit zum Thema Erwerbstätigkeit und Ruhestand:

Eine zeitliche Lücke zwischen der Beendigung der Erwerbstätigkeit und dem Rentenbezug hat Folgen für die materielle Absicherung im Ruhestand. Zudem nehmen Belastungen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Rahmen ihres Berufsalltags wahrnehmen, im Zeitvergleich zu. Von diesen ungünstigen Situationen und Entwicklungen sind entgegen der häufig geäußerten Vermutung allerdings weniger die älteren Erwerbstätigen betroffen, sondern insbesondere diejenigen, die nur über ein niedriges Bildungsniveau verfügen. 

 Quelle: DEAS / Bericht
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