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ARBEITSSCHUTZuptodate!
Fazit: Arbeitsverdichtung, demografischer Wandel und Digitalisierung sind die dringlichsten Themen, wenn es um den Schutz von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit geht. Aber auch nicht arbeitsbezogene Gesundheitsthemen wie falsche Ernährung und bewegungsarmes Freizeitverhalten betreffen die Arbeitsfähigkeit der Erwerbstätigen erheblich und fordern den Arbeitsschutz. Details beschreibt eine Broschüre.
Neue Entwicklungen in Technologie, Gesellschaft, Ökologie, Wirtschaft und Politik prägen eine zunehmend komplexe Arbeitswelt. Damit verbunden sind neue Anforderungen an die Beschäftigten, und es entwickeln sich neue Sicherheits- und Gesundheitsrisiken.
Die Früherkennung von Trends und die wissenschaftliche Betrachtung möglicher Konsequenzen für die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht zu entscheiden, was für den Menschen zumutbar ist und wie Arbeit menschengerecht gestaltet wird.
Das DGUV Risikoobservatorium im IFA ist ein solches Früherkennungssystem. Es fragt nach wichtigen Entwicklungen in der Arbeitswelt und neuen Risiken am Arbeitsplatz, in Kindertagesstätten, Schulen und Hochschulen. Ziel ist eine im Vorgriff wirksame, proaktive Prävention.
Warum ein Risikoobservatorium?
Im Rahmen einer Online-Befragung bewerten Aufsichtspersonen aller Berufsgenossenschaften und Unfallkassen knapp 100 Entwicklungen, die Einfluss auf die Arbeitswelt nehmen. Solche Entwicklungen sind z. B. die Nutzung von Technologien der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT), ergonomische Belastungen, prekäre Arbeitsverträge, Exposition gegenüber Lärm, körperliche Inaktivität oder ungesunde Ernährung.
Die Befragung soll Antworten auf folgende Fragen geben:
- Welche Trends haben auf die Sicherheit und Gesundheit der Versicherten besonders großen Einfluss?
- Welche konkreten Gefährdungen – Erkrankungen, Unfälle, Beanspruchungen – ergeben sich daraus?
- Welche individuellen Präventionsmaßnahmen schaffen Abhilfe?
Maßgeschneiderte Prävention und Kooperationen
Die Ergebnisse werden sowohl branchenübergreifend als auch branchenspezifisch ausgewertet und durch Literaturrecherchen vertieft. So bekommt jeder Unfallversicherungsträger (UVT) individuelle Informationen zu seinen Top-Trends, den damit verknüpften Risiken und denkbaren Präventionsmaßnahmen, siehe Beispielberichte der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (PDF, 466 kB), Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (PDF, 894 kB) und der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (PDF, 656 kB).
Gleichzeitig ermöglicht es das Risikoobservatorium, gemeinsame Top-Themen und damit Ansatzpunkte für Vernetzung, Austausch und Zusammenarbeit sichtbar zu machen. Prioritäten – vor allem bei kostspieligen Präventionsmaßnahmen wie Forschungsprojekten – sind so einfacher zu setzen, trägerspezifisches Know-how lässt sich leichter teilen. Das spart Ressourcen und vermeidet Doppelarbeit.
Ergebnisse der ersten Befragungsrunde
Die erste Befragungsrunde wurde Ende 2015 abgeschlossen. 400 Aufsichtspersonen nahmen daran teil. Die Ergebnisse zeigen, dass nahezu alle Berufsgenossenschaften und Unfallkassen drei Themen als besonders dringlich betrachten:
Präventionsmaßnahmen für die Praxis
Diese Entwicklungen sind zentral für den Arbeitsschutz der kommenden Jahre. Das Risikoobservatorium hält deshalb für diese Themen eine große Palette von Präventionsvorschlägen bereit. So vielschichtig die Trends, so verschiedenartig und passgenau muss die Prävention sein. Sie muss sich vor allem in der betrieblichen Praxis bewähren, auch bei kleinen und kleinsten Unternehmen. Dabei bieten sich Maßnahmen aus allen Bereichen der Prävention an: von der Beratung über die Prüfung bis hin zur Forschung. Für die genannten Top-Trends heißt das zum Beispiel konkret:
Evaluation
Um sicherzugehen, dass die Ergebnisse des Risikoobservatoriums auch tatsächlich den Arbeitsschutzbedarf der Praxis spiegeln, fand nach der ersten Befragungsrunde eine betriebliche Evaluation statt. Dazu hat das IFA mehr als 700 Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Sifa) befragt. Das Ergebnis: Die Realität in den Betrieben wird durch die Einschätzung der Aufsichtspersonen gut abgebildet.
Wie geht es weiter?
Zurzeit laufen die Vorbereitungen für die nächste Befragungsrunde, die im Frühjahr 2017 starten soll.
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