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Rückengesundheit  
05.07.2017

Bewegte Unternehmen: Prävention statt Betriebsausfall

Kathrin Rosi Würtz
BGM für mehr Rückengesundheit (Foto: Emily Sea - unsplash.com)
Rückengerechte Verhaltens- und Verhältnisprävention steigern die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern und sorgen für mehr Gesundheit in Unternehmen. Muskel- und Skeletterkrankungen verursachen nach wie vor hohe Kosten. Bewegungsexperten stehen Unternehmen beratend zur Seite. Bewusst und zielgerichtet handelnde Unternehmen setzen schon seit Jahren auf ein maßgeschneidertes BGM. An einigen Stellschrauben lässt sich das Gesundheitsbewusstsein der Mitarbeiter optimieren.

Rückengerechte Verhaltens- und Verhältnisprävention steigern die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern und sorgen für mehr Gesundheit in Unternehmen.

Dem eigenen Rücken Gutes tun

Muskel- und Skeletterkrankungen beeinflus­sen das Wohlergehen und somit auch die Belastbarkeit im Betrieb. Eine zentrale Rol­le spielen Wirbelsäule und Beckenbereich bei Bewegungen und Haltungen während der Arbeit. Sitzen, Stehen, Heben, Ziehen, aber auch filigrane Handarbeit prägen den menschlichen Körper. Zwei Ebenen lassen sich analytisch im Optimierungsprozess der Mitarbeitergesundheit trennen: die Ver­haltens- und die Verhältnisprävention. Die rückengerechte Verhaltensprävention dient der Verringerung von gesundheitlichen Risiko­faktoren und somit der Stärkung physischer und psychosozialer Gesundheitspotenziale. Einseitige Belastung, Bewegungsmangel und die Kompensation ungünstiger Arbeitsplatzgestaltung durch Fehlhaltung sind nur eini­ge Risikofaktoren. Das Wissen um effektive Bewegungsausführungen bewirkt in vielen Fällen schon eine deutliche Besserung des Beschwerdebildes. Bewegungsexperten, wie beispielsweise Physiotherapeuten und Ergo­therapeuten mit einer spezifischen und aner­kannten Fortbildung, helfen bei der Anleitung und Implementierung in den Arbeitsprozess. Im Rahmen der BGF setzen Rückenschulan­gebote auf die Notwendigkeit der Dynamik in allen Lebensbereichen. Falls Mitarbeiter bereits Beschwerden am Bewegungsapparat entwickelt haben sollten, besteht das präven­tive Ziel in der Vermeidung eines Rückfalls.

Gestaltung des Arbeitsumfelds

Die Ursachen für unspezifische Rückenbeschwerden, d. h. Schmerzen, die nicht durch ein unmittelbares organisches Korrelat ausgelöst werden, sind vielschichtig. Aus diesem Grund muss auch ihre Prävention vielseitig aufgestellt sein. Neben sozialen, psychologischen und individuell biologischen Einflüssen sind ebenso arbeitsplatzbezogene Risikofaktoren beteiligt.

An diesem Punkt setzt die rückengerechte Verhältnisprävention an. Sie hat vornehmlich zwei Ziele innerhalb einer erfolgreichen BGF: 

  • Sie sensibilisiert für haltungs- und bewegungsförderliche Maßnahmen, wie beispielsweise dynamisches Sitzen, mittels entsprechenden Mobiliars. In diesem Zielbereich sind sämtliche ergonomische Anpassungsmöglichkeiten vom Bürostuhl über Hebesysteme bis zur individuell anpassbaren Zange zu verorten. Die Individualität jedes einzelnen Mitarbeiters und die rückengerechten Gestaltungsmöglichkeiten der umgebenden Verhältnisse sind das Maß für den Erfolg der BGF. Der bestprämierte Bürostuhl nützt nichts, wenn sich der Mitarbeiter auf ihm nicht wohlfühlt.

  • Die Angebotspalette an arbeitsplatzbezogenen Hilfsmitteln ist mittlerweile schon so fortgeschritten und entwickelt, dass sich Unternehmen entsprechendes und passendes Equipment auswählen können.

  • Im Bereich des BGM hingegen ist die Organisation und Durchführung von gesundheitsförderlichen Aktivitäten im Unternehmen anzusiedeln. Wichtig ist an dieser Stelle, dass alle Unternehmensabteilungen an einem Strang ziehen und die Steuerung der Präventionsmaßnahmen sowohl von den Mitarbeitern als auch von der Führungsetage gemeinsam gestaltet werden.

Die Bandbreite an Aktivitäten ist in den letzten Jahren gewachsen und das Anforderungs-profil an rückengerechten Verhaltens- und Verhältnispräventionsmaßnahmen kom-plexer geworden. Eine Entscheidungshilfe zur Beurteilung der Qualität ergonomischer Produkte ist beispielsweise das AGR-Gütesiegel (Aktion Gesunder Rücken e. V.). AGR-Referenten für rückengerechte Verhaltens- und Verhältnisprävention stehen Unternehmen beratend zur Seite, um gemeinsam eine Lösung für mehr Bewegung im Unternehmen zu finden und so die Wirtschaftlichkeit auf lange Sicht zu stärken.

Die Autorin
Kathrin Rosi Würtz ist Physiotherapeutin und AGR-Referentin für rückengerechte Verhaltens- und Verhältnisprävention.


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