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Prognose 2016  
22.07.2016

Arbeitsmarkt 2030 - Wirtschaft und Arbeitsmarkt im digitalen Zeitalter

BMAS/ESV-Redaktion Arbeitsschutz
Arbeitsmarktprognose bis 2030 (Grafik: CE/Economix)
In der Prognose 2016 legen die Forscher zwei langfristige Szenarien für den deutschen Arbeitsmarkt bis zum Jahr 2030 vor. Einwanderung und Digitalisierung bieten große Chancen für Arbeitsmarkt der Zukunft.

Im Basisszenario berücksichtigen die Wissenschaftler die jüngsten Entwicklungen in der Flüchtlingswanderung und schätzen ihre Auswirkungen auf Wachstum, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit. Dabei geht es vor allem um den Beitrag der Zuwanderung zur Verringerung des sich verschärfenden Fachkräftemangels.

Im Szenario „Beschleunigte Digitalisierung“ entwickeln sie ihre Prognose zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt. Anders als eine Reihe vorliegender Studien sehen sie in der forcierten Entwicklung und Umsetzung von Industrie 4.0 nennenswerte Marktpotenziale für die deutsche Wirtschaft. Dies hat positive Auswirkungen auf Wachstum und Beschäftigung. 

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

Im Basisszenario (inkl. Zuwanderung und stetiger Digitalisierung), das erhebliche Investitionen in Bildung und Weiterbildung unterstellt: 

  • Bevölkerung steigt 2014-2030 um 690.000 Personen.
  • Zahl der Erwerbspersonen sinkt 2014-2030 um 720.000.
  • Zahl der Erwerbstätigen sinkt 2014-2030 lediglich um 20.000.
  • Zahl der Erwerbslosen sinkt 2014-2030 um 700.000.
  • Die Fachkräfteengpässe fallen im Vergleich zur letzten Prognose etwas größer aus, die Ungleichgewichte verringern sich im Verlauf des Prognosezeitraums.
  • Es wird ein deutlicher Anstieg der hochqualifizierten Arbeitskräfte erwartet, ein starker Rückgang bei den gering qualifizierten und leichter Rückgang im mittleren Qualifikationsbereich.

Im Szenario beschleunigte Digitalisierung (auch inkl. Zuwanderung) im Vergleich zum Basisszenario:

  • Deutlich positive Produktivitätseffekte, die sich jedoch erst nach ca. zehn Jahren auswirken.
  • Höheres BIP und Pro-Kopf-Einkommen von rund 4 % in 2030.
  • Leichter Anstieg bei den Erwerbstätigen und entsprechender Rückgang bei den Erwerbslosen in 2030 von jeweils rund 250.000.
  • Ein Beschäftigungsgewinn von insgesamt 1 Million in 13 Sektoren (z.B. Maschinenbau, IT-Dienste, Forschung und Entwicklung) und ein Beschäftigungsverlust von insgesamt 750.000 Personen in 27 Wirtschaftssektoren (z.B. Einzelhandel, Papier- und Druckgewerbe, Öffentliche Verwaltung).
  • Der Bedarf an Hochqualifizierten wächst um 530.000 Personen, der Bedarf an dual Ausgebildeten sinkt um 150.000.
  • Das Szenario beschleunigter Digitalisierung stellt jedoch hohe Anforderungen an die Akzeptanz des digitalen Fortschritts in der Bevölkerung, einen schnellen Wandel in der Wirtschaft und hohe Investitionsbereitschaft sowie eine starke öffentliche Förderung der Technik und Infrastruktur.

Die Langfassung der Studie finden Sie unter www.economix.org.

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