So reagieren Unternehmen auf neue Risiken
Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse die wachsende Sorge über Desinformation und Täuschung. Mehr als vier von zehn Befragten (42 %) geben an, dass ihr Unternehmen entweder bereits von falschen, irreführenden oder nicht verifizierten Informationen im Zusammenhang mit Gesundheits- oder Sicherheitsrisiken betroffen war oder nicht über ausreichende Transparenz verfügt, um deren Auswirkungen beurteilen zu können. Genannt wurden unter anderem falsche Warnsignale, die operative Unsicherheit schaffen, synthetische Inhalte, die Glaubwürdigkeitsrisiken erhöhen, sowie gezielte Täuschungs- und Identitätsbetrugsversuche.
Cvete Koneska, Global Security Director bei International SOS kommentiert: „Das Potenzial ist real, aber ebenso die Gefahr, die Reife der derzeit verfügbaren Tools zu überschätzen. KI kann dabei helfen, Informationen schnell zu identifizieren, zusammenzuführen und zu priorisieren. Die Verifizierung bleibt jedoch eine Aufgabe mit hohem Risiko, bei der sorgfältiges menschliches Urteilsvermögen unverzichtbar ist – insbesondere dann, wenn Entscheidungen die Gesundheit, Sicherheit und das Wohlbefinden von Menschen betreffen. Ein zu großes Vertrauen in KI kann derzeit Desinformationsrisiken verstärken und kritische Entscheidungen verzögern, anstatt sie zu verbessern. Der umsichtigste Ansatz ist daher ein menschengeführtes Modell zur Integration von KI in das Risikomanagement.“
Irene Lai, Global Medical Director bei International SOS ergänzt: „KI-generierte Deepfakes von medizinischem Personal, das falsche Informationen über Maßnahmen zur Eindämmung eines natürlichen Krankheitsausbruchs verbreitet, stellen die neue Grenze der Biokriegsführung dar – digital instrumentalisiert von einem Computerbildschirm aus, ganz ohne den Einsatz eines biologischen Wirkstoffs.“
Die Ergebnisse weisen zudem auf umfassendere strukturelle Herausforderungen im organisatorischen Risikomanagement hin. Insbesondere die Klarheit von Zuständigkeiten und Entscheidungsprozessen wird als bedeutendes Problemfeld genannt.
Nur 10 % der Unternehmen geben an, auf neue Risiken „sehr schnell“ reagieren zu können. Während 68 % glauben, „relativ schnell“ zu reagieren, könnte dies in einem zunehmend volatilen Umfeld nicht ausreichend sein. Jedes fünfte Unternehmen (20 %) räumt ein, auf neue Risiken „überhaupt nicht schnell“ zu reagieren.
Die Untersuchung offenbart zudem Unsicherheiten in den Strukturen der Risikosteuerung:
- 17 % sind sich nicht sicher, wie nach dem Auftreten neuer Risiken weiter verfahren wird.
- 25 % sind sich über Eskalationskriterien und -auslöser im Unklaren.
- Nur etwa 20 % geben an, ein sehr klares Verständnis darüber zu haben, wie globale und lokale Reaktionen aufeinander abgestimmt werden.
„Die größten Hindernisse liegen nicht in der Wahrnehmung von Risiken, sondern im Moment der Entscheidungsfindung. Unternehmen sind häufig auf Stabilität und nicht auf Volatilität ausgelegt. Dadurch werden Maßnahmen genau dann verzögert, wenn Geschwindigkeit entscheidend ist“, sagt James Wood, Security Director Northern Europe bei International SOS.
Weitere Informationen finden Sie im vollständigen Bericht „Risk Outlook Pulse Check“ von International SOS, den Interessierte auf der Risk Outlook Website kostenfrei downloaden können.
| Über International SOS |
| International SOS unterstützt Unternehmen dabei, ihre Mitarbeitenden zu schützen und ihre Geschäftstätigkeit auch in herausfordernden Situationen aufrechtzuerhalten. Mit maßgeschneiderten Lösungen in den Bereichen Sicherheitsrisikomanagement, Gesundheit und Wellbeing hilft das Unternehmen Organisationen weltweit, Risiken frühzeitig zu erkennen, zu minimieren und im Ernstfall schnell zu reagieren. |
Quelle: Pressemitteilung International SOS
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